• 1
  • 2
  • 3

Allergien

 

Die Allergie ist eine verstärkte spezifische Abwehrreaktion gegenüber an sich harmlosen Substanzen im Sinne einer krank machenden Überempfindlichkeit. Dabei nimmt die angeborene Veranlagung 70%, der Einfluss von Umweltfaktoren 30% ein. Allergien haben in den letzten Jahren zugenommen.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Allergie-fördernde Umweltfaktoren sind z.B. der Tabakrauch und die Verkehrsbelastung, die erhöhte soziale Beweglichkeit, das vermehrte Auftreten neuer oder veränderter Allergene, wozu auch der Klimawandel beiträgt. Aufgrund der deutlich verbesserten Hygiene und der Abnahme von z.B. Infektionen mit Parasiten schlägt  unser Immunsystem den Weg in die Allergierichtung ein.

Man unterscheidet Allergien vom Sofort- und Spättyp. Kontaktallergien, z.B. auf Nickel, und einige Arzneireaktionen stellen die Spättypreaktionen dar.

Zu den Allergien vom Soforttyp gehören allergische Atemwegserkrankungen, wie allergische Rhinitis (Heuschnupfen, Hausstaubmilbenallergie und Tierhaarallergie) und allergisch bedingtes Asthma (Link zu Asthma-Dokument) sowie Allergien gegen Insektengifte und Nahrungsmittel sowie Medikamente. Die Maximalvariante der Soforttypallergie ist der allergische Schock. Diesen Krankheitsbildern ist gemeinsam, dass sie Immunglobulin E (IgE) vermittelt sind. In den meisten Fällen nutzt man das bereits erfolgreich zu diagnostischen Zwecken. Allergien gehören zu den wenigen Erkrankungen, bei denen die tatsächlich ursächlichen Faktoren, nämlich die Allergene, größtenteils bereits eindeutig chemisch charakterisiert sind und z.T. schon für die Diagnostik vorliegen.

 

Der Weg zur Diagnose

Am Anfang der Erkrankung zeigen sich meist unspezifische Symptome - häufig wiederkehrend - wie Ausschläge, Schwellungen der Lippe, der Zunge oder der Augenlider, Durchfälle usw. Hier muss abgeklärt werden, ob es sich um eine Vergiftung oder um Unverträglichkeiten (Laktoseintoleranz, Fruktosemalabsorption oder andere Intoleranzen) handelt. Besteht der Verdacht auf das Vorliegen einer Allergie, ist die ausführliche Erhebung der Krankengeschichte des Patienten und ggf. der Familie das dafür wichtigste Instrument. Die Suche nach dem Auslöser (über zeitliche Abfolge des Auftretens von Symptomen) kann detektivischen Spürsinn erfordern. Mit Hilfe von Haut- und Bluttests (IgE-Antikörpernachweis) erfolgt anschließend die Erfassung der individuellen Sensibilisierung, welche mit Hilfe von Provokationstestungen überprüft werden können. Beim Hauttest (Pricktest) werden auf dem Unterarm die Lösung des vermuteten Allergens z.B. Haselnußpollenextrakt aufgetropft und die Haut darunter weitestgehend schmerzfrei punktförmig angeritzt. Es können bis zu zwanzig Teste doppelreihig aufgetragen werden. Nach einer halben Stunde werden die Reaktionen (Umfang (Durchmesser) der Rötungen, der Quaddelbildungen) abgelesen. Die Patienten müssen zur Beobachtung noch eine weitere halbe Stunde in der Ambulanz verbleiben, um im Falle sehr selten vorkommender allergischer Reaktionen eingreifen zu können. Für den Bluttest werden etwa 10 ml Blut intravenös abgenommen.   In den Fällen, in denen das Ergebnis nicht eindeutig ist, erfolgt die Provokationstestung. Bei der nasalen Provokation wird z.B. die Lösung mit dem Allergen auf die Nasenschleimhaut gegeben und die Reaktion mit Hilfe des Atmens in eine Maske überprüft. Das kann ambulant erfolgen. Für die orale Provokation mit Medikamenten oder Nahrungsmitteln muss der Patient auf die Station aufgenommen und beobachtet werden.

 

Komponenten-aufgelöste Diagnostik aus dem Reagenzglas

Aufgrund der Tatsache, dass die Allergieambulanz der Medizinischen Klinik Borstel direkt mit dem Forschungszentrum (Forschungsgruppe Klinische und Molekulare Allergologie) verbunden ist, stehen zur Abklärung der Allergie-Ursache Verfahren zur Verfügung, die größtenteils anderenorts noch gar nicht eingesetzt werden können (molekulare Allergie-Diagnostik). Diese Molekül-basierte oder Komponenten-aufgelöste Diagnostik ermöglicht es z.B., bei gleichzeitiger Sensibilisierung auf viele verschiedene Allergene,  den Auslöser der Symptome zu ermitteln sowie Kreuzallergien aufzudecken.

 

Individuelle Therapie

Die verschiedenen modernen Testverfahren helfen dabei, die Ursache der jeweiligen Allergie zu bestimmen und zeigen die Möglichkeiten einer individuellen Behandlung auf. Zu den Therapien zählt die symptomatische Therapie mit Antiallergika, aber auch die auf die Krankheitsursache abzielende allergenspezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung). Während die erstgenannte nur die Symptome bekämpft, ist das Ziel der Immuntherapie, den Patienten wieder gegenüber den Allergenen tolerant zu machen und so die Chronifizierung zu verhindern, also den "Etagenwechsel" von der Nase auf die Bronchien (Asthma). Diese Therapieform erfolgt je nach Allergenquelle kurzzeitig vor der jeweiligen Pollensaison (präsaisonal) über drei Jahre. Hausstaubmilbenextrakt verabreicht man durchgehend das ganze Jahr für drei Jahre. Die Immuntherapie mit Bienen- oder Wespengift wird über 3-5 Jahre durchgeführt. Die antiallergische Therapie erfolgt leitliniengerecht sowie in Zusammenarbeit mit dem Studienzentrum, in welchem klinische Studien mit neuesten Therapeutika bzw. auf der Basis neuester Therapiekonzepte den Patienten angeboten werden können. Die spezielle Immuntherapie gegen Insektengift-Allergien (Hyposensibilisierung) wird in der Medizinischen Klinik Borstel stationär eingeleitet, kann dann aber ambulant im MVZ oder wohnortnah bei einem niedergelassenen Arzt fortgeführt werden.

 

Medizinische Klinik

Parkallee 35
23845 Borstel

Tel.: +49 (0) 4537 / 188-3690 oder
Tel.: +49 (0) 4537 / 188-3700
Fax: +49 (0) 4537 / 188-3130

 

 

Patientenaufnahme
Tel.: +49 (0) 4537 / 188-0

Sekretariat des Medizinischen Direktors/Chefarztes
Tel.: +49 (0) 4537 / 188-3010

 

 

Leitung Krankenhausmanagement
Tel.: +49 (0) 4537 / 188-3380

Pflegedienstleitung
Tel.: +49 (0) 4537 / 188-3800
Tel.: +49 (0) 4537 / 188-7800

 

 

MVZ/Ambulanzen
Tel.: +49 (0) 4537 / 188-3510

Schlaflabor
Tel.: +49 (0) 4537 / 188-5500