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Tuberkulose ist weltweit die am häufigsten zum Tode führende bakterielle Infektionskrankheit. Ausgelöst wird diese Krankheit durch das Bakterium Mycobacterium tuberculosis, welches meist über eine Tröpfeninfektion übertragen wird. Ist eine Tuberkulose ausgebrochen, lässt diese sich meist gut mit Antibiotika behandeln. Diese Therapie ist jedoch sehr langwierig und wird durch verstärkt auftretende, resistente Keime erschwert. 

Das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WH0), die Tuberkulose bis zum Jahre 2050 auszurotten wird dadurch erschwert, dass es keinen Impfstoff gegen das Bakterium Mycobacterium tuberculosis gibt, der wirksam vor Infektion und Krankheit schützt. Der einzige weltweit zur Tuberkuloseprävention zugelassene Impfstoff ist Mycobacterium bovis bacille Calmette Guérin (BCG). Dabei handelt es sich um einen Impfstoff, der auf der Abschwächung von Bakterien basiert, die natürlicherweise Tuberkulose bei Rindern, anderen Tieren und gelegentlich auch bei Menschen verursachen. Analog zur Entwicklung des Pockenimpfstoffs durch Edward Jenner im Jahr 1796 wandten Léon Charles Albert Calmette (1863-1933; Arzt) und Jean-Marie Camille Guérin (1872-1961; Tierarzt) bei der Entwicklung eines Tuberkuloseimpfstoffs das Prinzip "similia similibus curentur" ("Ähnliches heilt Ähnliches") an.

Seit der ersten Verabreichung an ein Neugeborenes im Jahr 1921 ist BCG wahrscheinlich mehr Menschen verabreicht worden als jeder andere Impfstoff zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten. Im Jahr 2019 erhielten 88 % der Kinder weltweit im ersten Lebensjahr eine BCG-Impfung. Der BCG-Impfstoff bietet bei Neugeborenen und Kindern im Schulalter einen Schutz von mehr als 70 % gegen disseminierte Tuberkulose und tuberkulöse Hirnhautentzündung. Allerdings ist die Wirksamkeit des Impfstoffs bei älteren Menschen deutlich geringer. Neben der Tuberkuloseprävention und der Verringerung der tuberkulosespezifischen Morbidität und Mortalität belegen epidemiologische Studien einen unspezifischen Nutzen der BCG-Impfung im Kindesalter für die Prävention anderer übertragbarer und nicht übertragbarer Krankheiten sowie eine verbesserte Gesamtüberlebensrate. Der Mechanismus, der diesen heterologen oder unspezifischen Wirkungen zugrunde liegt und durch eine Kombination aus angeborener und adaptiver Immunität vermittelt wird, ist erst ansatzweise bekannt.

Anlässlich des 100. Jahres der ersten Anwendung von BCG beim Menschen publiziert die Fachzeitschrift The Lancet Infectious Diseases einen historischen Rückblick auf die Entwicklung und Anwendung des Tuberkulose-Impfstoffs. Prof. Dr. med. Dr. h.c. Christoph Lange, Medizinischer Direktor am Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum, und weitere internationale Wissenschaftler*innen geben zudem einen Ausblick auf den aktuellen Stand und die Zukunftsaussichten der Entwicklung einer effektiveren Impfung gegen die Tuberkulose.

Publikation:

Lange C, Aaby P, Behr M, Donald P, Kaufmann SHE, Netea MG, Mandalakas AM. 100 years of Mycobacterium bovis bacille Calmette Guérin. The Lancet Infect Dis 2021 (in press) DOI: https://doi.org/10.1016/S1473-3099(21)00403-5

Hier können Sie den Artikel lesen (freier Zugang bis zum 27.10.2021): https://authors.elsevier.com/a/1dinZ5E-UoV4e3

Kontakt:

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Christoph Lange
Medizinischer Direktor, Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum
Parkallee 35
23845 Borstel
T +49 4537 188 3010
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