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Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Perelman School of Medicine der Universität von Pennsylvania (USA) und der McGill Universität in Toronto (Kanada) konnte zeigen, dass eine spezifische Kombination aus HIV- und Tuberkulose-Therapie das Sterblichkeitsrisiko für Patient*innen mit HIV und multiresistenter Tuberkulose deutlich verringern können. Diese Medikamente sind jedoch nicht für alle Erkrankten in der Welt zugänglich. Die Ergebnisse der Studie, an der auch das Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum beteiligt war, wurden nun in dem Fachjournal The Lancet veröffentlicht.

Menschen, die mit HIV infiziert sind, haben im Laufe ihres Lebens ein höheres Risiko ebenfalls an einer Tuberkulose zu erkranken. Dies liegt vor allem daran, dass das HI-Virus das Immunsystem angreift und die Erkrankten dadurch anfälliger für alle Arten von Infektionen sind.  Weltweit sind ca. 9% aller Tuberkulosepatient*innen HIV-positiv, der Anteil der multiresistenten Tuberkulose steigt dabei stetig an.

In der nun vorgestellten Meta-Analyse untersuchten die Forschenden die Daten von mehr als 10.000 Patient*innen mit HIV und einer multiresistenten Tuberkulose (TB) in über 20 verschiedenen Ländern. Die Ergebnisse dieser großangelegten Studie zeigten, dass eine Kombinationstherapie aus einer antiretroviralen HIV-Therapie (ART) und neuartigen Antibiotika für die Behandlung der Tuberkulose das Sterberisiko für Erwachsene mit einer resistenten Tuberkulose deutlich senkte.

Im Rahmen dieser Studie wurden zunächst das Sterberisiko von HIV-Positiven mit dem von HIV-Negativen TB-Patient*innnen verglichen und danach untersucht, wie sich dieses Risiko nach Beginn der Kombinationstherapie veränderte. Zudem wurden das Alter, der Schweregrad der Resistenz und der Reichtum der Region, aus der die Erkrankten stammten in die Studie miteinbezogen.

„Nicht alleine die Antibiotikaresistenz der Tuberkulosebakterien sondern vor allem die Verfügbarkeit von Medikamenten zur Behandlung der multiresistenten Tuberkulose und der HIV-Infektion sind weltweit ein großes Problem, zu dessen Lösung mehr politische Anstrengungen unternommen werden müssen“ sagt Professor Christoph Lange vom Forschungszentrum Borstel, einer der Koautoren der Studie.

Publikation:

Bisson GP, Bastos M, Campbell JR, Bang D, Brust JC, Isaakadis P, Lange C, Menzies D, Migliori GB, Pape JW, Palmero D, Baghei P, Tabarsi P, Viiklepp P, Vilbrun S, Walsh J, Marks SM. Mortality in Adults with MDR-TB and HIV by ART and TB Drug Use: Individual Patient Data Meta-Analysis. Lancet 2020; 396: 402–11 . DOI: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(20)31316-7

Kontakt:

Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Lange
Medizinische Klinik, Forschungszentrum Borstel
Leibniz Lungenzentrum
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Weitere Informationen: Pressemitteilung der Perelman School of Medicine

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