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Aktuelles / News

Die Medizinische Klinik Borstel, Leibniz Lungenzentrum wurde letzte Woche von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) als „Weaning-Zentrum“ ausgezeichnet und gehört nun zu einem deutschlandweiten Netzwerk pneumologischer Einrichtungen, die darauf spezialisiert sind Patient*innen, die aufgrund einer schweren Krankheit beatmet werden mussten, von einem Beatmungsgerät zu entwöhnen.

Wenn Patient*innen nach einer schweren Krankheit oder Operation über einen längeren Zeitraum beatmet werden, muss die eigenständige Atmung im Anschluss neu erlernt werden. Dies ist notwendig, da sich die Atemmuskulatur bereits nach wenigen Tagen abbaut und das selbstständige Atmen erschwert oder verhindert. Diese Entwöhnung von der invasiven Beatmung nennt man Weaning und ist ein schrittweiser und teilweise wochenlanger Prozess, der durch die professionelle Unterstützung eines spezialisierten Teams verschiedener Fachdisziplinen begleitet werden muss.

In den letzten Jahren ist die Anzahl der Patient*innen, die nur schwer von einem Beatmungsgerät zu entwöhnen sind aufgrund verbesserter intensivmedizinischer Behandlungsmöglichkeiten bei Organversagen, zunehmenden Komorbiditäten und der sich verändernden Altersstruktur der Bevölkerung stetig gewachsen. Um eine flächendeckende Versorgung mit den nötigen Qualitätsstandards zu gewährleisten und stetig zu verbessern, hat die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. im Jahre 2009 das WeanNet gegründet.

Um ein zertifiziertes Weaning-Zentrum dieses Netzwerks zu werden, muss ein anspruchsvolles Zertifizierungsverfahren durchlaufen werden. Dazu zählt – neben den grundsätzlichen infrastrukturellen Voraussetzungen – die Teilnahme an dem Weaning-Register und eine dokumentierte jährliche Mindestzahl von Patienten mit verlängertem Weaning. "An der Medizinischen Klinik des Leibniz Lungenzentrums in Borstel haben wir eine jahrelange Erfahrung darin, Patient*innen von Beatmungsmaschinen zu entwöhnen damit sie wieder eigenständig atmen können. Unser Erfolg liegt im Engagement und in der interdisziplinären Zusammenarbeit,“ so Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Lange, Medizinischer Direktor der Klinik Borstel.

Die Weaning-Station an der Medizinischen Klinik Borstel, Leibniz Lungenzentrum verfügt über 12 Betten. Pro Jahr werden hier ca. 50 Patient*innen von der künstlichen Beatmung entwöhnt. Ein spezialisiertes ärztliches und pflegerisches Team kümmert sich hier rund um die Uhr um die Patient*innen. Unterstützt wird das Team durch drei Physiotherapeut*Innen und die zwei Atmungstherapeut*innen.  „Atemtherapie und physikalische Therapie müssen am ersten Tag der Beatmungstherapie beginnen,“ erklärt Prof. Lange. „Als Weaningzentrum verfolgen wir ein ganzheitliches Konzept. Nur gemeinsam erreichen wir für die uns anvertrauten Patient*innen das beste Behandlungsergebnis."

Kontakt:

Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Lange
Medizinsicher Direktor
Medizinische Klinik Borstel, Leibniz Lungenzentrum
Parkallee 35, 23845 Borstel
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Weitere Informationen:

 

Tuberkulose: Wann kann man eine Behandlung mit Erfolg beenden?

Die Behandlung der Tuberkulose (TB) ist lang, belastend und teuer. Insbesondere das Auftreten von resistenten Tuberkulosebakterien, das immer mehr zunimmt, erfordert einen langen Atem: Die WHO empfiehlt in diesen Fällen meist pauschal eine Therapiedauer von mindestens 18 Monaten, da es keine zuverlässigen Biomarker für einen vorzeitigen Stopp gibt. Unter der Leitung von DZIF-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am Forschungszentrum Borstel ist es nun nach sechs Jahren Forschungsarbeit gelungen, einen Biomarker zu identifizieren, der über die Aktivität von 22 Genen individuell ein Therapieende anzeigt. In vielen Fällen kann damit wahrscheinlich die Behandlung gefahrlos verkürzt werden.

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Der weiße Tod. Rückkehr der Tuberkulose in Europa

ARTE: 26.11.2020 19:40 und in der ARTE Mediathek

Seit fast zwei Jahren lebt Jewgeni, abgeschottet von der Außenwelt, in einem Zimmer in der Lungenfachklinik in Borstel bei Hamburg. Neun Stunden am Tag tropfen Medikamente in seinen Körper. Doch er ist zufrieden mit seinem Schicksal.

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COVID-19: Seltene Zellen im Blut weisen auf schweren Verlauf hin

Ein Forschungsteam mit Beteiligung des Exzellenzclusters PMI hat bestimmte Zelltypen im Blut identifiziert, die auf schwere Krankheitsverläufe bei COVID-19 hindeuten

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Preisverleihung in Kiel mit Falko Menzel (FLO-Medizintechnik), PD Dr. Christian Herzmann (Forschungszentrum Borstel), Dr. Bernd Buchholz (Wirtschaftsminister Schleswig-Holstein), Dr. Klaus-Jürgen Wichmann und Dr. Christian Zöllner (Vorsitzender bzw. stellv. Vorsitzender der Werner-Petersen-Stiftung), von links nach rechts, Foto; Jan Steffen/GEOMAR Kiel

Dr. Stephan Rüller, Susanne Greve und PD Dr. Christian Herzmann gewinnen gemeinsam mit dem Unternehmen FLO-Medizintechnik den mit 20.000 Euro dotierten Innovationstransfer-Preis 2020 der Werner-Petersen-Stiftung. Die Preisverleihung fand am 15. September 2020 im Beisein des schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministers Dr. Bernd Buchholz in Kiel statt.

Pressemitteilung des ARCN – Airway Research Center North, Standort des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) vom 22.09.2020

Bei Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) verschlechtert sich die Atemleistung kontinuierlich. Sie leiden unter einer meist durch Rauchen oder schlechte Luftqualität verursachten Entzündung der Atemwege. Durch Veränderungen der Lungenstruktur verbleibt beim Ausatmen Luft in der Lunge der Patienten („Überblähung“). Dies hat zur Folge, dass ständig gegen einen Widerstand eingeatmet werden muss und der Gasaustausch so nur eingeschränkt möglich ist.  

COPD-Patienten mit schwereren Krankheitsverläufen erhalten nachts über ein Beatmungsgerät  sauerstoffreiche Luft, um die Atemmuskulatur zumindest zeitweise zu entlasten und den Gasaustausch zu verbessern.  Von langzeitbeatmeten Patienten weiß man jedoch, dass sich die Überblähung so noch verstärken kann. Um dies zu verhindern, haben sich Dr. Stephan Rüller und Susanne Greve aus dem Schlaflabor des Forschungszentrums Borstel gemeinsam mit dem Beatmungsgeräte-Hersteller FLO-Medizintechnik  eine innovative Strategie überlegt: Sie nutzen dafür eine bewährte Atemtechnik, die „Lippenbremse“.  Hierbei atmet der Patient durch die locker aufeinander gelegten Lippen aus. Dadurch dass die Luft langsamer austritt, bleibt in den Atemwegen länger ein konstanter Druck aufrechterhalten, der verhindert, dass die Lungenbläschen zusammenfallen. Letztlich kann so mehr Luft austreten als beim schnellen Ausatmen und der Gasaustausch verbessert sich.

Die vom Patienten nur bewusst ausführbare Lippenbremse überführten die WissenschaftlerInnen in ein neuartiges Beatmungskonzept, das bei schlafenden Menschen anwendbar ist: Sie programmierten das Beatmungsgerät mit einem Druckverlauf, der dem der Lippenbremse entspricht.

Diese kreative Übertragung belohnte die Werner-Petersen-Stiftung nun mit einem von zwei Innovationstransfer-Preisen 2020. Die Verleihung erfolgte am 15. September 2020 im Kieler Geomar-Forschungszentrum im Beisein des schleswig-holsteinischen Wissenschaftsministers Dr. Bernd Buchholz. Das Preisgeld in Höhe von 20.000 € teilen sich die Borsteler Forschenden mit FLO-Medizintechnik aus Melle.

Vielversprechende erste Ergebnisse zeigen, dass Belastbarkeit und Mobilität bereits nach kurzfristiger Behandlung der Patienten zunehmen können. „Die morgendliche Anlaufzeit, bis Patienten das morgendliche Tief nach dem Ende der nächtlichen Beatmung überwunden haben, verkürzt sich“, erläutert PD Dr. Christian Herzmann, der die Wirkungsweise des Beatmungsgeräts wissenschaftlich untersucht. „Die Patienten sind möglicherweise schneller bereit für ihre täglichen Aufgaben.“

Zurzeit untersuchen die WissenschaftlerInnen das neue Gerät in einer durch das DZL geförderten Studie systematisch. Daran beteiligt sind neben dem Forschungszentrum Borstel die LungenClinic Grosshansdorf, die Thoraxklinik Heidelberg, das Städtische Klinikum Dortmund, die Medizinische Hochschule Hannover, die Fachkliniken Wangen, und die Lungenfachklinik Hemer. Bisher nahmen mehr als 70 COPD-Patienten an der Studie teil. Mit einem Ergebnis wird in zwei Jahren gerechnet.

Das DZL sieht in der Verleihung des Innovationstransfer-Preises 2020 eine erfreuliche Bestätigung seiner Arbeit.

Weitere Informationen zur Studie

Publikation mit ersten Ergebnissen

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23845 Borstel

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