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Preisverleihung in Kiel mit Falko Menzel (FLO-Medizintechnik), PD Dr. Christian Herzmann (Forschungszentrum Borstel), Dr. Bernd Buchholz (Wirtschaftsminister Schleswig-Holstein), Dr. Klaus-Jürgen Wichmann und Dr. Christian Zöllner (Vorsitzender bzw. stellv. Vorsitzender der Werner-Petersen-Stiftung), von links nach rechts, Foto; Jan Steffen/GEOMAR Kiel

Dr. Stephan Rüller, Susanne Greve und PD Dr. Christian Herzmann gewinnen gemeinsam mit dem Unternehmen FLO-Medizintechnik den mit 20.000 Euro dotierten Innovationstransfer-Preis 2020 der Werner-Petersen-Stiftung. Die Preisverleihung fand am 15. September 2020 im Beisein des schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministers Dr. Bernd Buchholz in Kiel statt.

Pressemitteilung des ARCN – Airway Research Center North, Standort des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) vom 22.09.2020

Bei Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) verschlechtert sich die Atemleistung kontinuierlich. Sie leiden unter einer meist durch Rauchen oder schlechte Luftqualität verursachten Entzündung der Atemwege. Durch Veränderungen der Lungenstruktur verbleibt beim Ausatmen Luft in der Lunge der Patienten („Überblähung“). Dies hat zur Folge, dass ständig gegen einen Widerstand eingeatmet werden muss und der Gasaustausch so nur eingeschränkt möglich ist.  

COPD-Patienten mit schwereren Krankheitsverläufen erhalten nachts über ein Beatmungsgerät  sauerstoffreiche Luft, um die Atemmuskulatur zumindest zeitweise zu entlasten und den Gasaustausch zu verbessern.  Von langzeitbeatmeten Patienten weiß man jedoch, dass sich die Überblähung so noch verstärken kann. Um dies zu verhindern, haben sich Dr. Stephan Rüller und Susanne Greve aus dem Schlaflabor des Forschungszentrums Borstel gemeinsam mit dem Beatmungsgeräte-Hersteller FLO-Medizintechnik  eine innovative Strategie überlegt: Sie nutzen dafür eine bewährte Atemtechnik, die „Lippenbremse“.  Hierbei atmet der Patient durch die locker aufeinander gelegten Lippen aus. Dadurch dass die Luft langsamer austritt, bleibt in den Atemwegen länger ein konstanter Druck aufrechterhalten, der verhindert, dass die Lungenbläschen zusammenfallen. Letztlich kann so mehr Luft austreten als beim schnellen Ausatmen und der Gasaustausch verbessert sich.

Die vom Patienten nur bewusst ausführbare Lippenbremse überführten die WissenschaftlerInnen in ein neuartiges Beatmungskonzept, das bei schlafenden Menschen anwendbar ist: Sie programmierten das Beatmungsgerät mit einem Druckverlauf, der dem der Lippenbremse entspricht.

Diese kreative Übertragung belohnte die Werner-Petersen-Stiftung nun mit einem von zwei Innovationstransfer-Preisen 2020. Die Verleihung erfolgte am 15. September 2020 im Kieler Geomar-Forschungszentrum im Beisein des schleswig-holsteinischen Wissenschaftsministers Dr. Bernd Buchholz. Das Preisgeld in Höhe von 20.000 € teilen sich die Borsteler Forschenden mit FLO-Medizintechnik aus Melle.

Vielversprechende erste Ergebnisse zeigen, dass Belastbarkeit und Mobilität bereits nach kurzfristiger Behandlung der Patienten zunehmen können. „Die morgendliche Anlaufzeit, bis Patienten das morgendliche Tief nach dem Ende der nächtlichen Beatmung überwunden haben, verkürzt sich“, erläutert PD Dr. Christian Herzmann, der die Wirkungsweise des Beatmungsgeräts wissenschaftlich untersucht. „Die Patienten sind möglicherweise schneller bereit für ihre täglichen Aufgaben.“

Zurzeit untersuchen die WissenschaftlerInnen das neue Gerät in einer durch das DZL geförderten Studie systematisch. Daran beteiligt sind neben dem Forschungszentrum Borstel die LungenClinic Grosshansdorf, die Thoraxklinik Heidelberg, das Städtische Klinikum Dortmund, die Medizinische Hochschule Hannover, die Fachkliniken Wangen, und die Lungenfachklinik Hemer. Bisher nahmen mehr als 70 COPD-Patienten an der Studie teil. Mit einem Ergebnis wird in zwei Jahren gerechnet.

Das DZL sieht in der Verleihung des Innovationstransfer-Preises 2020 eine erfreuliche Bestätigung seiner Arbeit.

Weitere Informationen zur Studie

Publikation mit ersten Ergebnissen

Unter einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) leiden etwa zehn bis zwölf Prozent der über 40-Jährigen in Deutschland. Was vor einigen Jahren noch verharmlosend als „Raucherhusten“ bezeichnet wurde, nimmt die medizinische Forschung deshalb inzwischen zunehmend ins Visier.

Deshalb beteiligt sich in Schleswig-Holstein auch das Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum (FZB) an der großen deutschlandweiten Studie COSYCONET 2. Gesucht werden Patienten, bei denen eine COPD festgestellt wurde, aber auch Raucher, die unter Symptomen wie chronischem Husten und Auswurf leiden. Interessierte sollten 40 Jahre oder älter sein. „COSYCONET 2 ist die Fortsetzung der erfolgreichen ersten COPD Studie, in der wir wichtige Erkenntnisse gewonnen haben. Diese fließen natürlich in COSYCONET 2 ein“, sagt PD Dr. Christian Herzmann, Leiter des Klinischen Studienzentrums am FZB.

Die COPD wird heute nicht mehr als eine reine Erkrankung der Lunge betrachtet. Die meisten Patienten leiden gleichzeitig unter anderen Krankheiten wie beispielsweise Herzschwäche, Diabetes, Osteoporose oder Krebs. „Diese Begleiterkrankungen stellen uns bei der Behandlung von Patienten mit COPD diagnostisch und therapeutisch vor große Herausforderungen“, betont Christian Herzmann.

In der jetzt laufenden Studie COSYCONET 2 werden deshalb Daten zur COPD und den verschiedenen Begleiterkrankungen gesammelt. Im Abstand von zwei Jahren werden die Teilnehmer insgesamt dreimal gründlich untersucht. Zusätzlich finden halbjährlich Telefon-Interviews statt. Festgestellt werden dabei der allgemeine Gesundheitszustand, der Schweregrad und die Entwicklung der COPD sowie der Zusammenhang mit bestehenden Begleiterkrankungen.

„Von den Ergebnissen versprechen wir uns neuartige und praxistaugliche Konzepte für Vorbeugung, Diagnostik, Verlaufskontrolle und Therapie“, so Herzmann. Die Teilnehmer profitieren von den verschiedenen Untersuchungen, die mit modernsten Methoden erfolgen. Die Ergebnisse stehen nicht nur den Wissenschaftlern, sondern auch unmittelbar den Patienten zur Verfügung. Der betreuende Pneumologen oder Hausarzt kann diese Befunde in die Therapie mit eingehen lassen. Es handelt sich um eine reine, langfristig angelegte Beobachtungsstudie mit Verlaufskontrolle; neue Medikamente werden im Rahmen der Studie nicht erprobt.

 

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

 

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Medizinische Klinik Borstel, Leibniz Lungenzentrum
Parkallee 35
23845 Borstel
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Telefon: 04537-188 8080
Homepage: sz.fz-borstel.de

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Perelman School of Medicine der Universität von Pennsylvania (USA) und der McGill Universität in Toronto (Kanada) konnte zeigen, dass eine spezifische Kombination aus HIV- und Tuberkulose-Therapie das Sterblichkeitsrisiko für Patient*innen mit HIV und multiresistenter Tuberkulose deutlich verringern können. Diese Medikamente sind jedoch nicht für alle Erkrankten in der Welt zugänglich. Die Ergebnisse der Studie, an der auch das Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum beteiligt war, wurden nun in dem Fachjournal The Lancet veröffentlicht.

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Nach 13 Jahren endlich neu: Internationale Empfehlungen zum Management von Patient*innen mit Erkrankungen durch Nicht-tuberkulöse Mykobakterien.

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